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Prag - ein geschichtlicher Überblick

 
 
 
 

um 870
Die erste Burg wird errichtet.

um 930
Mit dem Vyšehrad entsteht eine zweite Befestigung, in der eine Münzstätte untergebracht war.

973
Prag wird Bischofssitz und ist dem Erzbistum Mainz unterstellt.

11. Jh.
Der Altstädter Markt entwickelt sich zu einem wichtigen Handelsplatz und gewinnt Zentrumsfunktion.

1170
Die erste Steinbrücke führt über die Moldau.

13. Jh.
Zu Beginn des 13. Jh. wird zum Hochwasserschutz das Gebiet der Altstadt um etwa 3 m aufgeschüttet.

um 1230
Unter Wenzel I. wird die Altstadt erweitert und befestigt.

1235
Die Altstadt erhält Stadtrecht.

1257
Die Kleinseite erhält Stadtrecht.

1338-1364
Bau des Altstädter Rathauses.

1346-1378
Unter der Herrschaft Karls IV., seit 1355 Römisch-Deutscher Kaiser, wird Prag Residenzstadt. Blütezeit als ein europäisches Machtzentrum und Handelsmetropole.

1348
Gründung der ersten Universität in Mitteleuropa.
Die Neustadt entsteht. Hier siedeln vorwiegend Handwerker.

1357
Die Karlsbrücke wird gebaut.

1419, 30. Juli
Beim ersten Prager Fenstersturz werfen Anhänger des 1415 als Ketzer verbrannten Reformators Jan Hus Ratsherren aus dem Neustädter Rathaus. Beginn der Hussitenkriege (bis 1434, Schlacht bei Lipany).

1527
Nach dem Tod des jagiellonischen Thronfolgers Ludwig I. in der Schlacht von Mohacs (1526) fällt das Königreich Böhmen an Habsburg. Ferdinand I. von Habsburg lässt mit einem Lustschloss auf dem Burgberg für seine Gemahlin den ersten Renaissance-Bau in Prag errichten (1538-1564).

1583
Rudolf II. von Habsburg (Römisch-Deutscher Kaiser von 1576-1612) verlegt seine Residenz nach Prag, damit wird die Stadt ein zweites Mal Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches. Eine kulturelle Blütezeit setzt ein.

1618, 23. Mai
Zweiter Prager Fenstersturz. Vertreter der protestantischen Stände werfen kaiserliche Räte aus der Burg. Hintergrund war der Versuch der katholischen Liga, das von Rudolf II. verbriefte Recht des freien Kirchenbaues zu brechen. Symbol für den Ausbruch des 30jährigen Krieges.

1620
Am 8. November besiegen die kaiserlichen Truppen und die katholischen Liga die protestantischen böhmisch-mährischen Stände in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag vernichtend. Beginn einer gewaltsamen Re-Katholisierung, der tschechische Adel wird weitgehend enteignet und durch kaisertreue Vertreter aus habsburgischen Ländern ersetzt.

1648
Ende des 30jährigen Krieges.
In der 2. Hälfte des 17. Jh. setzt eine langsame wirtschaftliche Erholung ein. Die Stadt erhält ihr barockes Gesicht. Die rege Bautätigkeit setzt sich bis in das 18. Jh. fort.

1740-1763
Während des Österreichischen Erbfolgekrieges und des Siebenjährigen Krieges wird Prag mehrfach belagert. Maria Theresia verfügt ab 1756 den Wiederaufbau der stark beschädigten Burg.

1784
Im Zuge der josephinischen Reformen (Joseph II., Kaiser von 1780-1790) werden die vier Städte Altstadt, Neustadt, Kleinseite und Burgberg zur Großstadt Prag zusammengelegt. Sitz des neuen Magistrats ist das Altstädter Rathaus.

 

Morstadt

Prag im frühen 19. Jh., Stich von Vincenc Morstadt

ab 1815
Nach dem Ende der napoleonischen Kriege in Europa beginnt auch in Prag die Industrialisierung. In Außenbezirken wie Smichov oder Karlin entstehen die ersten größeren Anlagen. Dies führt zu einem verstärkten Zuzug tschechischer Bevölkerung.

1848
Im Revolutionsjahr verschärfen sich in Prag neben den sozialen auch die nationalen Spannungen zwischen Deutschen und Tschechen. Der erste Slawenkongress findet statt.

1861
Im Stadtparlament erlangen die tschechischen Vertreter die Mehrheit.

1868
Der Bau des neuen Nationaltheaters drückt deutlich das wachsende Nationalbewußtsein der tschechischen Bevölkerung aus.

Wenzelsplatz1918

Der Wenzelsplatz vor dem ersten Weltkrieg, Blick auf das Nationalmuseum

1882
Die Universität spaltet sich in eine deutsche und eine tschechische.

1891
Landesausstellung in Prag. Böhmen ist wirtschaftliches und industrielles Kernland der k.u.k Monarchie.

1918
Mit dem Ende des 1. Weltkrieges bricht die k.u.k. Monarchie zusammen.
Am 28. Oktober wird in Prag die Tschechoslowakische Republik ausgerufen, Prag wird Hauptstadt.

ab 1920
Prag wächst rasant, neue Wohnviertel entstehen.

Repraesentationshaus

Pulverturm und Repräsentationshaus, Postkarte aus den 1920er Jahren

1942
Am 27. Mai wird der stellvertretende Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, bei einem Bombenattentat getötet. Als Vergeltung vernichten die NS-Besatzer das Dorf Lidice, ermorden alle männlichen Einwohner, Frauen und Kinder werden ins KZ verschleppt.

1945
Am 5. Mai beginnt in Prag der Aufstand gegen die deutsche Besatzung. Prag bleibt von Zerstörungen weitgehend verschont. Nur ein Flügel des Rathauses am Altstädter Markt wird durch Panzerbeschuss zerstört. Vier Tage später rückt die Rote Armee ein.

1954
Prag zählt über eine Milion Einwohner.

1968
Alexander Dubček wird Erster Sekretär der Kommunistischen Partei und leitet Reformen ein. Die Ära des "Prager Frühlings" wird am 21. August durch Truppen des Warschauer Paktes gewaltsam beendet.

1969
Aus Protest gegen die Unterdrückung der Reformbewegung verbrennt sich am 16. Januar der Student Jan Palach vor dem Nationalmuseum auf dem Wenzelsplatz. Drei Tage später stirbt er an seinen Verletzungen. Noch am Nachmittag des Todestages strömen rund 200.000 Menschen auf dem Wenzelsplatz zusammen, Kränze werden an der Stelle niedergelegt, wo Jan Palach zusammenbrach.

1989
Tausende DDR-Bürger haben sich in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland geflüchtet. Nach zähen Verhandlungen kann der damalige Außenminister Genscher ihre Ausreise in die BRD erreichen.
Im November erzwingen in der "Samtenen Revolution" hunderttausende demonstrierender Bürger den Rücktritt der kommunistischen Führung.

1993
Nach der Teilung des Landes wird Prag Hauptstadt der neuen Tschechischen Republik.

2002
Durch eine verheerende Flut werden weite Teile der Altstadt überschwemmt.

2005
EU-Osterweiterung. Prag ist die einzige Region in den Beitrittsländern, deren Bruttosozialprodukt bereits über dem EU-Durchschnitt liegt.

 
 
     
 
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